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Buchtipp: Lokale Politik und Verwaltung im Zeichen der Krise?

Herausgeber: Michael Haus, Sabine Kuhlmann

Krisendiskurse haben derzeit Hochkonjunktur. Vor allem Fiskal- und Regierungskrisen auf internationaler Ebene sind aus der medialen Berichterstattung nicht mehr wegzudenken. Probleme und Herausforderungen auf kommunaler Ebene werden dagegen nur punktuell in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Dabei sind diese keineswegs weniger stark ausgeprägt und weitreichend, wie der vorliegende Sammelband zeigt.

So identifizieren die Autoren insgesamt fünf zentrale Krisenbereiche; die lokale Parteipolitik, die Kommunalfinanzen, kommunale Governance-Formen und Aufgaben sowie den demografischen Wandel. Diese Auswahl kommt nicht von ungefähr, wie anhand der präsentierten empirischen Ergebnisse und der theoretischen Überlegungen deutlich wird:

Kommunalpolitiker sehen sich mit einer sinkenden Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen konfrontiert, Kämmerer wiederum mit immer höher steigenden Kassenkrediten. Aus der negativen finanziellen Entwicklung resultiert häufig eine institutionelle Überforderung, die bei den Akteuren Fragen nach alternativen Formen der Leistungserbringung aufwerfen lassen. Hinzu kommen neue Aufgaben im Zuge zunehmender Kommunalisierungen, die die Kommunen aufgrund oftmals unzureichend bereitgestellter Ressourcen vor weitere Herausforderungen stellen.

Die Autoren leisten mit diesem Werk einen insgesamt wichtigen Beitrag zum kommunalen Krisendiskurs, im Rahmen dessen eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Praktikern und Wissenschaftlern wünschenswert wäre. Der Sammelband bietet dafür eine gute Grundlage, da er neben den Problembeschreibungen wichtige Handlungsempfehlungen und Vorschläge diskutiert.

Verlag: VS-Verlag

Erscheinungsort und -jahr: Wiesbaden, 2013

ISBN: 978-3531186405