Buchtipp: Renaissance öffentlicher Wirtschaft
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Herausgeber: Christina Schaefer und Ludwig Theuvsen

Was ist von der derzeitigen Diskussion über zunehmende Rekommunalisierungstendenzen im öffentlichen Sektor zu halten? Feiert die öffentliche Wirtschaft wirklich ein Comeback? Diesen Fragen geht der vorliegende Sammelband der Schriftenreihe "Öffentliche Dienstleistungen" nach.
 
Den Ausgangspunkt stellt dabei zunächst eine Bestandsaufnahme der öffentlichen Wirtschaft dar. So zeigt Ulf Papenfuß in seinem Beitrag exemplarisch die unmittelbaren Beteiligungen der öffentlichen Hand auf. Ob diese auch effizient sind, damit befasst sich Holger Mühlenkamp, indem er öffentliche mit privaten Unternehmen miteinander vergleicht. Dessen Ergebnis, generell könne nicht von einer Überlegenheit Privater ausgegangen werden, spiegelt sich offenbar in Teilen auch in der Berichterstattung der letzten zehn Jahren wider. Dies legt zumindest die Medienanalyse der beiden Herausgeber, Christina Schaefer und Ludwig Theuvsen, nahe. Demnach wurde die Dominanz der Privatisierungsbefürworter Ende der 1990er Jahre durch ein ausgewogenes Meinungsbild abgelöst, wobei die kritischen Stimmen stetig lauter wurden, jüngst allerdings wieder etwas abgeflacht sind.

Die veränderten Rahmenbedingungen für die öffentliche Wirtschaft vor dem Hintergrund der zurückliegenden Privatisierungs- und Liberalisierungswellen rücken im zweiten Teil des Sammelbandes in den Vordergrund der Betrachtung. Darunter fällt unter anderem die Entscheidung des Staates zwischen Risikobereitschaft und Sicherheitsstreben, mit der sich Günter Püttner auseinandersetzt.

Im dritten Teil diskutiert Helmut Brede die Vorteile einer Matrixorganisation zur besserer Steuerung des in öffentlichen Unternehmen immanenten Zielkonflikts zwischen Gemeinwohlziel und Gewinnerzielung. Entwicklungsmöglichkeiten im großen Stil bestehen bei der zukünftigen Ausgestaltung öffentlicher Beteiligungen laut Thorsten Beckers, Jan Peter Klatt und Tobias Zimmermann in der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ). Auf der Grundlage der 14 Beiträge kommt Dietrich Dickertmann abschließend zu dem Ergebnis, dass sich die öffentliche Hand gegenüber dem Markt verloren gegangenes Terrain zurückholt, von einem eindeutigen Trend in Richtung Rekommunalisierung aber noch nicht gesprochen werden kann.


Verlag: Nomos

Erscheinungsort und -jahr: Baden-Baden, 2012

ISBN: 978-3-8329-7292-9

Preis: 76,00 Euro

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