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Warnungen vor Personalnot im öffentlichen Dienst mehren sich

PublicGovernance Sommer 2017

Möglicherweise  werde  es  in  Zukunft Qualitätseinbußen bei Verwaltungsleistungen geben, bestimmte Dienstleistungen der öffentlichen Hand werden eventuell sogar wegfallen. Dieses Resümee zog der Präsident des Bundesverwaltungsamts im April dieses Jahres gegenüber Medienvertretern. Er warnte vor der absehbaren Pensionierungswelle und forderte ein „riesiges Einstellungsprogramm“, um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung aufrechtzuerhalten. Nur 500 Stellen seien zum Beispiel im Bundeshaushalt für Nachbesetzungen vorgesehen – bei insgesamt rund 500.000 Beschäftigten in der Bundesverwaltung sei dies „reine Symbolik“.

Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC bestätigt die generell negative Prognose: Im Jahr 2030 werden demnach insgesamt 816.000 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt sein. Damit sei der öffentliche Sektor vom Fachkräftemangel stärker bedroht als andere Branchen.

Auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbunds warnt in einer Pressemeldung vor Personalmangel. Knapp ein Drittel der heute insgesamt 4,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst werde laut Schätzungen des Beamtenbundes in den kommenden 15 Jahren altersbedingt ausscheiden. Damit drohe ein Personalnotstand auf allen Verwaltungsebenen. Insbesondere auf Landes- und Kommunalebene sei der Personalstand „bedenklich niedrig“.

Einen Beleg liefern kommunale Bauämter, deren Leistungsfähigkeit das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung untersucht hat. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass zwischen 1991 und 2011 die Zahl der mit Bau, Wohnungswesen und Verkehr befassten Beschäftigten um gut ein Drittel und bis 2015 um weitere 9 Prozent zurückgegangen sei. Die Folgen seien deutlich: Auch aufgrund der Personalengpässe in den Verwaltungen hätten die Kommunen bislang nur einen Bruchteil der vom Bund für Investitionsmaßnahmen zur Verfügung gestellten Gelder abgerufen.

Zu diesem Thema untersuchte das Institut für den öffentlichen Sektor die Entwicklung der Personaldichte in kreisfreien Städten und diskutierte Schlussfolgerungen für die Produktivität der Kommunalverwaltung. Mehr Informationen zur Studie ab September 2017 unter www.publicgovernance.de.