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Der Bund-Länder-Kompromiss zum Dünge- und Bodenschutzrecht geht der deutschen Wasserwirtschaft nicht weit genug. Die neuen Regelungen im "Ersten Gesetz zur Änderung des Düngegesetzes und anderer Vorschriften" reichten nicht aus, um die steigende Nitratbelastung des Wassers aufgrund hoher Düngeeinträge zu senken, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). In einigen Regionen sieht der Verband deshalb Mehrbelastungen von 60 Prozent bezüglich der Wasserpreise auf die Verbraucher zukommen.

Grund dafür ist, dass die Versorger immer neue technische Anlagen errichten müssen, um Nitrat aus dem Wasser zu filtern. Schon jetzt bezweifeln Experten, dass die Wasserwirtschaft um neue Investitionen für Filteranlagen herumkommt. Selbst bei einem Ende der Düngung könne der vollständige Abbau von Nitrat bis zu 30 Jahren dauern. Der BDEW fordert deshalb unter anderem einen rigorosen Düngestopp für Regionen, in denen der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser überschritten wird. Auf Ackerflächen werden laut Umweltbundesamt bereits bei der Hälfte der Messstellen Nitratbelastungen von mehr als 25 Milligramm pro Liter gemessen. Noch immer lasse die Politik nach Meinung des BDEW zu viele Ausnahmen und Schlupflöcher zu.

Das geänderte Gesetz, das Grundlage für die Novellierung der Düngeverordnung sein soll, sieht nunmehr längere Düngesperrzeiten vor. Auch Gärreste aus Biogasanlagen sollen mit in die Berechnung zur Einhaltung der Stickstoffobergrenze von 170 Kilogramm je Hektar einfließen. Landwirte sollen zudem verpflichtet werden, eine genaue Bilanz der eingesetzten Nährstoffe zu erstellen. Hintergrund für die Neuregelung ist eine Klage der EU-Kommission. Aufgrund des unzureichenden Grundwasserschutzes drohen Deutschland bereits hohe Geldstrafen.