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Buchtipp: Recht und Ökonomik des Dritten Sektors 2013/2014 (RÖDS)

Herausgeber: Hans-Jörg Schmidt-Trenz und Rolf Stober

Die öffentliche Infrastruktur ist für einen Staat wirtschaftlich wie gesellschaftlich von großer Bedeutung und sichert das Funktionieren einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft. Dabei ist die Planung, Herstellung und Instandhaltung der nationalen Infrastruktur nicht ausschließlich die Aufgabe des Staates, sondern wird zu einem signifikanten Anteil von Institutionen des sogenannten Dritten Sektors geleistet: So sind Kirchen, Wohlfahrtsverbände oder gemeinnützige Einrichtungen oftmals Träger von Krankenhäusern, Schulen oder Kindergärten, Kammern und Verbände aggregieren nicht nur ihre Mitgliederinteressen, sondern fungieren im Rahmen der Wirtschaftsinfrastruktur auch als Wirtschaftsförderungseinrichtungen. Umweltverbände wiederum kümmern sich aktiv um das Management von Naturschutzgebieten, was ebenfalls der öffentlichen Infrastruktur zugeordnet werden kann. An den angeführten Beispielen lässt sich bereits erkennen, wie vielfältig der Dritte Sektor strukturiert ist und welch wichtige Funktionen er ausübt. Im vorliegenden fünften Jahrbuch Recht und Ökonomik des Dritten Sektors 2013/2014 setzen sich insgesamt 17 verschiedene Autoren mit diesem Thema inhaltlich auseinander und widmen sich konkret der Frage welche Infrastrukturleistungen und -bereiche eines Staates besonders gut dafür geeignet sind, um von Non-Profit-Organisationen (NPOs) bereitgestellt und betrieben werden zu können.

Zu Beginn des Buches erhält der Leser zunächst einen kompakten Einblick in das Thema der Non-Profit-Organisationen sowie deren Rolle in der Bereitstellung öffentlicher Infrastruktur. Dies wird hauptsächlich an den Aktivitäten von Kammern und Sparkassen gezeigt. Im Anschluss daran werden anhand von länderspezifischen Beispielen die Möglichkeiten und Grenzen der Aufgabenerfüllung durch NPOs in einen internationalen Kontext gesetzt. Eines der Beispiele behandelt die Problematik der Tätigkeit von NPOs in repressiven Regimen wie China, wo NPOs bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten an Grenzen stoßen, sobald sie entgegen staatlicher Interessen handeln. Die folgenden Beiträge widmen sich der Rolle von NPOs im Rahmen größerer Infrastrukturprojeke sowie deren rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei wird unter anderem auch die Frage thematisiert, warum es durch die Auftragsvergabe an NPOs zu Qualitätsmängeln kommen kann und weshalb die Aufgabenübertragung problematisch sein kann.

Insgesamt gibt das Buch nicht nur einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen und zentrale Herausforderungen der Institutionen des Dritten Sektors, sondern liefert auch nützliche definitorische Beiträge zum Thema Infrastruktur und wichtige Erkenntnisse aus der Praxis. Darüber hinaus ermöglicht das Buch die Betrachtung der Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven, da sowohl politikwissenschaftliche, juristische, wirtschaftswissenschaftliche und auch soziologische Ansätze zum Tragen kommen.

Verlag: Nomos Verlagsgesellschaft

Erscheinungsort - und jahr: Baden-Baden, 2014

ISBN: 978-3-8487-1486-5

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